KI-Systeme erfinden ihre Empfehlungen nicht — sie zitieren Quellen. Und das Entscheidende für dich: Die meisten dieser Quellen gehören dir. Eine Auswertung von 17,2 Millionen KI-Zitaten über ChatGPT, Perplexity, Gemini und Claude zeigt, dass verifizierte, strukturierte Unternehmensdaten — also gepflegte Profil- und Verzeichniseinträge — mit 54,53 Prozent die größte Gruppe der zitierten Quellen stellen (Yext Research, 2026). In einer früheren Auswertung desselben Anbieters waren 86 Prozent aller zitierten Quellen markenverwaltet — also Quellen, die das Unternehmen selbst kontrolliert (Yext, 2025).
Die unbequeme Nachricht steht direkt daneben: Ein gutes Google-Ranking reicht dafür nicht mehr. Nur noch 37,9 Prozent der in Googles KI-Antworten zitierten Seiten stehen für dieselbe Suchanfrage auch in den Top 10 — vor einem Jahr waren es rund 76 Prozent (Ahrefs, März 2026). Gefunden werden und zitiert werden sind zwei verschiedene Dinge geworden.
Woher KI-Systeme ihre Empfehlungen wirklich nehmen
Fangen wir mit dem an, was belegt ist — nicht mit dem, was Agenturen behaupten.
Die größte bisher veröffentlichte Auswertung stammt von Yext Research: 17,2 Millionen Zitate aus vier großen KI-Systemen. Der zentrale Befund ist unbequem für alle, die glauben, guter Text allein reiche: Sichtbarkeit in KI-Antworten hängt weniger an der Qualität deiner Texte als daran, ob die Systeme deine Daten überhaupt zweifelsfrei abrufen können. Verzeichnis- und Profileinträge machen mehr als die Hälfte der unterschiedlichen Zitatquellen aus. Die Marken, die in KI-Antworten auftauchen, sind nicht die mit dem schönsten Website-Text — es sind die, deren Daten überall gleich, vollständig und überprüfbar stehen (Yext Research, 2026).
Eine zweite Untersuchung stützt das aus einer anderen Richtung. BrightLocal hat 20 Suchanfragen aus 10 Branchen durch vier Systeme geschickt — Googles KI-Modus, Gemini, Perplexity und die ChatGPT-Suche — und protokolliert, welche Quellen sie heranziehen. Ergebnis: Alle Systeme nutzen Verzeichnisse, quer durch jede Branche. Bei Fachthemen greifen sie bevorzugt auf branchenspezifische Verzeichnisse zurück; bei Zahnarzt-Anfragen zog ChatGPT ausschließlich aus zehn verschiedenen Zahnarzt-Verzeichnissen. Und: Die eigene Unternehmenswebsite war über alle Systeme hinweg die häufigste Einzelquelle — in einer früheren Auswertung derselben Firma zog ChatGPT sie in 58 Prozent der Fälle heran (BrightLocal).
Das Google-Unternehmensprofil ist dabei für Googles eigene KI unverzichtbar. Der KI-Modus stützt sich durchgängig darauf und zeigt Profil-Informationen selbst dann an, wenn er andere Quellen zitiert. Google beschreibt in der eigenen Dokumentation, dass diese Profile aus gecrawlten Webinhalten, Nutzerbeiträgen wie Fotos und Bewertungen sowie den Angaben der Inhaber gespeist werden (Google Unternehmensprofil-Hilfe).
Jedes System zitiert anders — und das ändert deine Prioritäten
Ein Punkt, den fast alle Ratgeber unterschlagen: Es gibt nicht die KI. Die vier großen Systeme holen sich ihre Informationen an unterschiedlichen Stellen (Yext Research, 2026):
Gemini hängt im Google-Index. Es verhält sich weitgehend wie die klassische Google-Suche und bevorzugt offizielle Unternehmenswebsites, sauber strukturierte Standortseiten und ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil. Wer hier gewinnen will, braucht solide Grundlagen — nichts Exotisches.
Perplexity arbeitet am ehesten wie eine klassische Suchmaschine, die direkt antwortet. Es zeigte in der Untersuchung die stabilsten Zitiermuster und zieht aus einer Mischung von offiziellen Websites und Verzeichnissen.
ChatGPT nutzt eine externe Abrufschicht, die sich je nach Branche unterscheidet. In der Hotellerie etwa zitierte es offizielle Hotel-Websites in 38,08 Prozent der Fälle — ungefähr doppelt so oft wie die anderen Modelle. Für andere Branchen sieht die Mischung anders aus. Heißt für dich: Was in deinem Gewerk zählt, muss man prüfen, nicht raten.
Claude ist der Ausreißer: Es zitiert nutzergenerierte Inhalte — also vor allem Bewertungen — zwei- bis viermal häufiger als die anderen Modelle. In der Gastronomie sogar fast zehnmal häufiger als Gemini. Wo Claude im Spiel ist, entscheidet deine Reputation mit darüber, ob du überhaupt genannt wirst.
Dazu kommt: Zwischen ChatGPT und Perplexity überschneiden sich nur rund 11 Prozent der zitierten Domains. Wer nur für ein System optimiert, optimiert an den anderen vorbei.
Warum ein Top-10-Ranking bei Google nicht mehr reicht
Das ist der Befund, der die meisten Unternehmer überrascht — und er ist sauber belegt.
Ahrefs hat 863.000 Suchergebnisseiten und 4 Millionen in KI-Übersichten zitierte Adressen ausgewertet. Nur 37,9 Prozent der zitierten Seiten standen für dieselbe Suchanfrage auch in den Top 10. Etwa 31 Prozent rankten auf den Plätzen 11 bis 100 — und weitere 31 Prozent tauchten in den regulären Ergebnissen überhaupt nicht unter den ersten 100 auf. Ein Jahr zuvor lag der Top-10-Anteil noch bei rund 76 Prozent (Ahrefs, März 2026).
Der Grund ist keine Verschwörung, sondern Technik. Google bestätigt in der eigenen Entwickler-Dokumentation ein Verfahren namens „Query Fan-out": Deine Suchanfrage wird von der KI in mehrere Unterfragen zerlegt. Zitiert wird dann nicht, wer bei der ursprünglichen Frage vorne steht — sondern wer bei den Unterfragen immer wieder auftaucht (Google Search Central).
Für dich heißt das etwas sehr Konkretes: Es reicht nicht, eine Seite auf einen Suchbegriff zu trimmen. Dein Thema muss rundherum beantwortet sein — Ablauf, Voraussetzungen, Kosten, typische Fragen, Grenzen. Also genau das, was ein Kunde im Erstgespräch fragt.
Und eine Zahl, die den Druck dahinter erklärt: SISTRIX hat im März 2026 gemessen, dass die Klickrate auf Platz 1 in Deutschland von 27 auf 11 Prozent fällt, sobald über den Ergebnissen eine KI-Übersicht erscheint.
Vor einem Jahr lag der Top-10-Anteil noch bei rund 76 %. · Quelle: Ahrefs, März 2026
Vorsicht bei US-Studien: Was davon für Rosenheim und München wirklich gilt
Jetzt der Teil, den die meisten deutschen Ratgeber einfach abschreiben — und damit falsch machen.
Fast alle belastbaren Studien stammen aus dem US-Markt. In der BrightLocal-Untersuchung war Yelp in einem Drittel aller Suchen eine Quelle. Wenn du jetzt als Malerbetrieb aus Kolbermoor anfängst, dein Yelp-Profil zu polieren, hast du deine Zeit verschwendet: Yelp spielt im deutschen Markt praktisch keine Rolle.
Die Mechanik der Studien gilt trotzdem — nur die Plattformen sind hier andere:
- Statt Yelp zählen das Google-Unternehmensprofil und die etablierten deutschen Verzeichnisse: Das Örtliche, Gelbe Seiten, GoLocal, meinestadt.de und vergleichbare. Dass strukturierte Einträge in genau solchen Diensten für KI-Sichtbarkeit an Bedeutung gewinnen, wird inzwischen auch für den deutschen Markt beschrieben (krick.com).
- Statt US-Fachportalen zählen die deutschen Branchenverzeichnisse deines Gewerks.
- Und was in jedem Markt gleich bleibt: deine eigene Website und die Einheitlichkeit deiner Daten über alle Quellen hinweg.
Das ist der Punkt, an dem ich in Projekten am häufigsten ansetze. Wenn dein Name, deine Adresse, deine Telefonnummer und deine Leistungen überall im Netz leicht unterschiedlich stehen, kann dich kein System zweifelsfrei zuordnen — und dann nennt es lieber jemand anderen. In meinen Projekten war ein sauberes Local Listing fast immer der erste Hebel, bei dem nach wenigen Wochen etwas sichtbar wurde.
Die vier Quellen, an denen du wirklich arbeiten kannst
Aus der Datenlage ergibt sich eine klare Reihenfolge. Kein Geheimwissen — aber die meisten Betriebe fangen am falschen Ende an.
1. Deine Unternehmensdaten. Der größte Block der zitierten Quellen überhaupt. Name, Adresse, Telefonnummer, Öffnungszeiten, Leistungen, Kategorien — überall identisch, im Google-Profil und in den relevanten Verzeichnissen. Das ist unspektakulär und wird deshalb übersprungen. Es ist trotzdem die Grundlage, ohne die der Rest verpufft.
2. Dein Google-Unternehmensprofil. Für Googles KI die zentrale Datenquelle. Und der Punkt, an dem es bei fast jedem Betrieb hakt: Sehr viele Unternehmer haben nicht einmal Zugriff auf ihr eigenes Profil — es wurde irgendwann von einer Agentur oder einem ehemaligen Mitarbeiter angelegt. Der erste Schritt heißt dann nicht „optimieren", sondern „Zugriff zurückholen".
3. Deine Website. Die häufigste Einzelquelle und die einzige, die dir vollständig gehört. Sie muss klar sagen, welche Leistung du für wen an welchem Ort erbringst — und die Fragen deiner Kunden wirklich beantworten. Wegen des Query-Fan-out zählt Vollständigkeit mehr als Keyword-Dichte.
4. Bewertungen und Erwähnungen. Die Systeme ziehen Bewertungen nicht nur als Sternchen heran, sondern fassen deren Inhalt zusammen — und mindestens ein Modell stützt sich massiv darauf. Dazu kommen Erwähnungen anderswo: lokale Presse, Portale, soziale Netzwerke. In der BrightLocal-Untersuchung tauchten Instagram, Facebook und YouTube als Quellen auf.
Der Sonderfall YouTube — und warum die KI kein Video anschaut
Hier wird es interessant, und zwar aus einem Grund, den fast niemand erklärt.
Ahrefs kommt zu dem Ergebnis, dass YouTube inzwischen die meistzitierte Domain in Googles KI-Übersichten ist. Von den zitierten Seiten, die in den regulären Top 100 gar nicht auftauchen, sind 18,2 Prozent YouTube-Adressen. Und in einer Auswertung von 75.000 Marken war die Erwähnung auf YouTube — konkret: in Titeln, Transkripten und Beschreibungen — der am stärksten korrelierende Faktor für Sichtbarkeit in KI-Übersichten (Ahrefs).
Der Grund dafür ist banal, sobald man ihn einmal ausspricht: Eine KI schaut kein Video an. Sie liest das Transkript.
Ein Sprachmodell kann kein Bewegtbild verstehen. Es liest den Text, der zum Video gehört — Transkript, Titel, Beschreibung, Kapitelmarken. YouTube ist dabei die einzige der großen Plattformen, deren Inhalte durchgängig maschinenlesbar sind; Instagram und Facebook liefern nichts Vergleichbares (Brainlabs, Contently). Für eine KI ist ein YouTube-Video also faktisch ein strukturiertes Textdokument mit Video drumherum.
Daraus folgt etwas, das dem üblichen Marketing-Reflex widerspricht: Ein Hochglanz-Imagefilm mit Musik und Drohnenflug ist für eine KI ein leeres Dokument. Da steht nichts drin, was sie zitieren könnte. Ein schlichtes Drei-Minuten-Video dagegen, in dem du eine echte Kundenfrage klar beantwortest — „Was kostet ein Fassadenanstrich?", „Wie lange dauert eine Badsanierung?" —, ist zitierfähiger Text.
Für einen Handwerksbetrieb heißt das nicht, dass du Influencer werden musst. Es heißt: Sprich in deinen Videos. Nenne Leistung und Ort ausdrücklich. Korrigiere die automatischen Untertitel, statt sie sich selbst zu überlassen. Schreib eine ausformulierte Beschreibung statt einer Hashtag-Halde. Und wenn im Video ein Kunde zu Wort kommt, wird auch dessen Aussage zu Transkript-Text — also zu genau der Art nutzergeneriertem Inhalt, den manche Systeme besonders stark gewichten.
Wichtige Einschränkung: Das sind Korrelationen, keine Kausalität — Ahrefs sagt das selbst. Und die Auswertung betraf überwiegend größere Marken. Ob der Effekt bei einem Sechs-Mann-Betrieb genauso greift, ist nicht belegt.
Ohne konsistente Datenbasis kann dich kein System zweifelsfrei zuordnen.
Was nichts bringt — und was niemand garantieren kann
Ich könnte dir jetzt erzählen, dass sich das alles sauber steuern lässt. Tut es nicht.
Eine Garantie auf eine Nennung in ChatGPT gibt es nicht. Ich kann steuern, was ich für dich tue — aber nicht, was deine Wettbewerber parallel tun. Wer dir eine Platzierung in KI-Antworten garantiert, verkauft dir eine Sicherheit, die es nicht gibt.
Das ist keine Ausrede, sondern belegt: KI-Übersichten sind probabilistisch. Ihre Inhalte und Quellen ändern sich laufend — Ahrefs hat gemessen, dass sich KI-Übersichten im Schnitt alle zwei Tage verändern (Ahrefs). Wer dir eine feste Position verspricht, verspricht etwas, das die Systeme technisch gar nicht hergeben.
Was dagegen nachweislich zählt: Aktualität. Eine Auswertung von 17 Millionen Zitaten kommt zu dem Schluss, dass KI-Assistenten frischere Inhalte bevorzugt zitieren (Ahrefs). Eine Website, die seit 2019 unverändert steht, ist damit doppelt im Nachteil.
Und was ich in Projekten regelmäßig sehe und was nichts bringt: Seiten mit Suchbegriffen vollstopfen. Massenhaft belanglose KI-Texte veröffentlichen. Sich in jedes beliebige Verzeichnis eintragen, ohne auf einheitliche Daten zu achten. Das kostet Zeit und verbessert genau nichts.
So prüfst du deine KI-Sichtbarkeit selbst — ohne dich zu belügen
Der wichtigste Fehler zuerst: Teste niemals mit deinem eigenen, angemeldeten Konto. ChatGPT kann gespeicherte Erinnerungen und deinen bisherigen Chat-Verlauf heranziehen; Gemini bezieht dein Google-Konto und deine Suchhistorie ein. Wer dort schon einmal über die eigene Firma gesprochen hat, bekommt sie mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit genannt — und wiegt sich in einer Sicherheit, die ein fremder Interessent nie sehen würde.
So geht es sauber:
- Entpersonalisieren. In ChatGPT den temporären Chat nutzen (greift weder auf Erinnerungen noch auf den Verlauf zu) oder ganz ausloggen. Bei Gemini ein privates Fenster ohne Google-Konto.
- Fragen wie ein Kunde. Nicht den Firmennamen — so sucht dich niemand, der dich noch nicht kennt. Sondern: „Wer ist ein guter [dein Gewerk] in Rosenheim?"
- Den großen Ort nehmen. Im Umland wird nach München oder Rosenheim gefragt, selten nach dem kleinen Heimatort.
- Mehrfach fragen. Die Antworten schwanken, und meist werden nur zwei oder drei Anbieter genannt. Ein einzelner Durchlauf beweist nichts.
- Mehrere Systeme prüfen. Die Überschneidung der zitierten Quellen ist gering — wer nur eines testet, sieht einen Ausschnitt.
Auch dann bleibt es eine Momentaufnahme, keine Messung. Belastbar wird das Bild erst, wenn man viele Fragen, Formulierungen und Systeme systematisch abprüft und die Nennungen auswertet. Genau das mache ich für Kunden. Für den ersten Blick reicht der Test oben trotzdem.
Was das nicht löst
Damit du mich richtig einordnest: Sichtbarkeit in KI-Antworten repariert kein schwaches Angebot und erzeugt keine Nachfrage, die es nicht gibt. Wenn dein Markt eingebrochen ist, dreht auch die sauberste Datenpflege das nicht.
Und es geht nicht über Nacht. Nach Anpassungen bewegt sich erfahrungsgemäß nach zwei bis vier Wochen etwas; spürbare Veränderungen zeigen sich meist nach drei bis sechs Monaten. Nennungen in KI-Antworten sind dabei weniger planbar als klassische Rankings — sie entstehen, wenn genug belastbare Signale zusammenkommen. Das ist mein Erfahrungswert aus Projekten, keine Garantie.
Der nächste Schritt
Die vier Quellen von oben haben eine gemeinsame Wurzel: einheitliche, gepflegte Unternehmensdaten. Genau die stellen laut der größten vorliegenden Auswertung über die Hälfte aller Quellen, aus denen KI-Systeme zitieren. Ohne sie kann dich kein System zweifelsfrei zuordnen — und dann nennt es lieber jemand anderen.
Dort setze ich an. Auf der Seite Google-Unternehmensprofil & Local Listing siehst du, wie ich Unternehmensdaten für Google, Karten-Apps, Verzeichnisse und KI-Systeme konsistent aufsetze — der günstigste Einstieg in das ganze Thema.
Oder mach zuerst den Test von oben und schreib mir dann, was du gesehen hast. Ich sitze in Dietramszell, zwischen Rosenheim und München, und komme zu dir. Du musst nichts vorbereiten.