Entscheidungshilfen

SEO oder Google Ads — was zuerst für ein lokales Unternehmen?

SEO oder Google Ads zuerst? Die Frage ist meist falsch gestellt. Eine Entscheidungshilfe für Betriebe zwischen Rosenheim und München — mit der ehrlichen Untergrenze und einem Rechner für dein Werbebudget.

Inhalt
  1. Warum die übliche Antwort auf „SEO oder Google Ads" zu billig ist
  2. Die erste Frage ist eine Bestandsfrage
  3. Was Google Ads leistet — und was SEO leistet
  4. „Wir haben kein Budget für Online-Marketing"
  5. Die dritte Option für lokale Unternehmen zwischen Rosenheim und München
  6. „Ads sind rausgeschmissenes Geld"
  7. Was eine Anfrage kosten darf — und was Google dafür an Budget verlangt
  8. Was der KI-Umbruch für lokale Betriebe wirklich bedeutet
  9. Wie stark Anzeigen bei lokalen Suchen wirklich sind
  10. Zwei Fälle aus der Praxis
  11. Was das nicht löst
  12. Der nächste Schritt
Zwei ausgedruckte Google-Ergebnisseiten auf einem Tisch — links eine orange markierte Anzeige, rechts ein blau markierter organischer Treffer: die Entscheidung SEO oder Google Ads für lokale Betriebe zwischen Rosenheim und München

SEO oder Google Ads — bei dieser Frage fehlt meistens der erste Schritt. Bevor du entscheidest, wo das Geld hingeht, entscheidet sich etwas anderes: ob deine Website aus einem Besucher überhaupt eine Anfrage machen kann. Tut sie das nicht, verbrennt Budget nicht am Kanal, sondern an der Zielseite. Und dann ist es egal, ob du für den Besucher bezahlt oder ihn organisch gewonnen hast.

Wenn die Grundlage steht, gilt eine einfache Aufteilung. Geschwindigkeit und Flexibilität sind Ads-Sache. Fundament, Basis, langfristiges Wachstum und Zukunftssicherheit sind SEO/GEO-Sache.

Und es gibt eine dritte Option, die in kaum einem Ratgeber vorkommt. Dazu unten mehr.

Warum die übliche Antwort auf „SEO oder Google Ads" zu billig ist

„SEO ist langfristig, Ads sind sofort." Der Satz steht in jedem Ratgeber. Er stimmt sogar. Nur beantwortet er die Frage nicht, die du tatsächlich hast — nämlich, was du mit dem Geld machen sollst, das dieses Jahr für Marketing übrig ist.

Denn beide Kanäle setzen etwas voraus, worüber in diesen Ratgebern selten jemand spricht: eine Seite, auf der aus Interesse eine Anfrage wird. Fehlt die, ist die Kanalfrage eine Beschäftigungstherapie.

Die erste Frage ist eine Bestandsfrage

Bevor ich mit einem Betrieb über Kanäle rede, schaue ich mir an, was schon da ist. Ist die Website modern, sauber aufgebaut, und kann sie verkaufen? Dann lässt sich mit Anzeigen schnell und breit feuern.

Ist sie das nicht, passiert etwas Ärgerliches: Die Anzeige funktioniert. Die Leute kommen. Und dann klicken sie weg.

Das ist kein Einzelfall, sondern das Muster, das mir am häufigsten begegnet. Anzeigen laufen, ohne dass es eine Seite gibt, die den Besucher auffängt. Der Unternehmer sieht Klicks in der Statistik, aber im Posteingang passiert nichts — und hält Google Ads für kaputt.

Was in diesen Gesprächen hilft, ist eine Perspektivumkehr. Aus Kundensicht sieht der Weg so aus: Er sucht abends etwas, sieht deine Anzeige, klickt, landet auf deiner Seite. Er entscheidet in Sekunden, nicht in Minuten — und in dieser Zeit muss er sehen, was du anbietest, was es ungefähr kostet und wie er dich erreicht. Findet er stattdessen einen Willkommenstext aus dem Jahr 2014, ist er weg.

Danach ist die Kanalfrage meist von selbst geklärt.

Was Google Ads leistet — und was SEO leistet

Eine blaue und eine orange Leuchtspur laufen parallel nach vorn — SEO und Google Ads als zwei Kanäle, die im Idealfall zusammen wirken

Anzeigen sind schnell. Sie liefern große Mengen, solange du schaltest. Schaltest du sie ab, ist alles weg. Das ist kein Makel, das ist die Bauart.

SEO und GEO — die Optimierung für Google und zusätzlich für KI-Antworten — bauen langsam auf. Am Anfang liefern sie fast nichts. Aber was einmal steht, gehört dir und arbeitet weiter, auch in dem Monat, in dem du kein Budget hast.

Im Idealfall machst du beides: organisch aufbauen, und während das wächst, über Anzeigen schon jetzt zusätzlichen Umsatz holen.

Wenn du priorisieren musst, entscheidet keine Regel, sondern eine Handvoll Fragen. Ob gerade etwas dringend ist. Ob etwas Saisonales ansteht. Ob ein breites Leistungsspektrum nach außen getragen werden muss oder es um genau eine Sache geht.

Wer dir diese Fragen nicht stellt und trotzdem eine Empfehlung abgibt, verkauft dir das, was er ohnehin im Regal hat.

„Wir haben kein Budget für Online-Marketing"

Links ein überquellender Briefkasten voller Werbeprospekte im Regen, rechts eine gezielte digitale Ausspielung an eine einzelne ausgewählte Person — Streuverlust gegen Zielgenauigkeit

Diesen Satz höre ich oft. Meistens stimmt er nicht.

Was fehlt, ist selten das Geld. Es ist das Vertrauen in einen Kanal, den man nicht anfassen kann.

Denn dieselben Betriebe geben ohne Zögern vierstellige Beträge aus. Ein Nagelstudio, das ich kenne, steckt weit über 10.000 Euro pro Jahr in regionale Printanzeigen. Eine Stellenanzeige in der Wochenendausgabe eines regionalen Blatts kostet schnell 2.000 bis 4.000 Euro — für eine Anzeige, die wenige Tage relevant ist. Und ich kenne einen Unternehmer, der Postwurfsendungen in sechsstelliger Stückzahl bucht: rund 15 Cent pro Briefkasten.

Fünfzehn Cent dafür, dass ein Prospekt in einen Briefkasten fällt. Ohne zu wissen, ob dahinter jemand aus der Zielgruppe wohnt. Bei mir landet das Zeug zu neunundneunzig Prozent im Papiermüll — trotz „Keine Werbung"-Aufkleber am Kasten.

Ein Küchenstudio, das ich betreue, zahlt bei gezielten Social-Media-Ausstrahlungen im Schnitt ebenfalls rund 15 Cent — pro Klick. Nicht pro Briefkasten.

Damit keine Legende entsteht: Auch online wird für die Auslieferung gezahlt, nicht erst für den Klick. Die 15 Cent sind der Durchschnitt, der am Ende pro Klick herauskam. Der Unterschied liegt woanders. Der Prospekt geht an eine Adresse. Die Anzeige geht an einen Menschen, der nach Alter, Ort und Interesse ausgewählt wurde. Und hinterher steht in der Auswertung, wer reagiert hat — beim Briefkasten steht dort nichts.

Versteh mich nicht falsch: Print kann Sinn ergeben. Der Punkt ist nicht der Kanal, sondern die Messbarkeit.

Und noch etwas hängt daran. Viele Betriebe sagen, ihre Kundschaft sei fünfzig, sechzig, siebzig — Jüngere gehörten nicht dazu. Das stimmt sogar. Nur ist es kein Naturgesetz, sondern das Ergebnis der eigenen Kanalwahl: Über Print erreichen sie zuverlässig die Älteren, während die Jüngeren sie online gar nicht erst finden. Die suchen nämlich. Sie finden nur jemand anderen.

Die dritte Option für lokale Unternehmen zwischen Rosenheim und München

Es gibt einen Weg, der weder das eine noch das andere ist — und den ich in fast jedem Erstgespräch empfehle, bevor ein Euro in einen Kanal fließt: ein sauberes Local Listing, ein optimiertes Google-Unternehmensprofil und eine echte Marktrecherche.

Das klingt nach Vorarbeit. Ist es auch. Aber es ist die einzige Vorarbeit, die gleichzeitig zwei Dinge liefert.

Sie legt die Datengrundlage, damit Google und die KI-Systeme deinen Betrieb überhaupt verstehen und verifizieren können — die Voraussetzung für alles, was danach organisch passieren soll.

Und sie liefert eine Kommunikationsstrategie, die auf echten Stimmen beruht statt auf Bauchgefühl. Denn die Marktrecherche arbeitet heraus, wo deine Konkurrenz Lücken hat. Wo Kunden in dieser Branche regelmäßig enttäuscht werden. Woran sie sich reiben, wo sie sich vom Markt vergessen oder schlicht betrogen fühlen. Sie zeigt, welche Kaufsignale deine besten Zielgruppen senden — und welche Worte sie dafür benutzen.

Daraus wird etwas sehr Konkretes: Deine Website- und Anzeigentexte sprechen die Leute genau an diesem wunden Punkt an. Nicht mit dem, was du über deine Leistung sagen willst, sondern mit dem, was dein Kunde vermisst hat, als er das letzte Mal jemanden aus deiner Branche beauftragt hat.

Du weißt danach, für welche Suchanfragen es sich lohnt zu bezahlen — und was auf der Seite stehen muss, auf der der Klick landet. Wer das überspringt und direkt Anzeigen bucht, kauft Klicks auf gut Glück.

„Ads sind rausgeschmissenes Geld"

Viele orange Leuchtspuren bündeln sich zu einem Strahl und treffen eine Zielscheibe über einer Stadtkarte — verstreutes Werbebudget, das auf die kaufbereiten Suchanfragen fokussiert wird

Diesen Satz höre ich nur von Leuten, die es selbst versucht haben.

Ernst nehmen muss man ihn trotzdem, denn für die, die ihn sagen, stimmt er. Mit einigen dieser Selbstversucher habe ich ihr altes Konto durchgesehen. Fast jedes Mal fand sich dasselbe: Das Geld war tatsächlich verbrannt. Nur nicht, weil der Kanal nicht funktioniert.

Sondern weil sie für Klicks auf Suchanfragen bezahlt haben, die für sie wertlos waren.

Die Muster wiederholen sich. Gebote auf allgemeine Begriffe, auf Straßen- und Ortsnamen, hinter denen keine Kaufabsicht steht. Budget, das in Regionen fließt, die der Betrieb gar nicht bedienen kann — oder nicht bedienen will. Und Suchbegriffe, die Googles Automatismen von selbst dazuspielen und die am Ziel vorbeiführen.

Jemand sucht „Fenster reinigen Anleitung", klickt auf die Anzeige eines Gebäudereinigers und ist sofort wieder weg. Der Klick ist bezahlt. Der Mensch wollte nie etwas kaufen. Mach das ein paar hundert Mal, und ein Monatsbudget ist versenkt.

Der Fehler liegt nicht im Kanal. Er liegt in der Suchanfrage, für die bezahlt wurde.

Und genau darin liegt die eigentliche Gefahr für kleine Budgets.

Was eine Anfrage kosten darf — und was Google dafür an Budget verlangt

Die erste Zahl, die du brauchst, steht nicht bei Google. Sie steht in deiner eigenen Kalkulation: Was darf dich ein neuer Auftrag kosten?

Nimm einen Betrieb, bei dem ein typischer Auftrag rund 500 Euro Gewinn abwirft. Hundert Euro für den Auftrag sind hier gut investiertes Geld — er gibt hundert aus und holt vierhundert, die sonst gar nicht in der Pipeline gewesen wären. Dieser Preis pro gewonnenem Auftrag heißt im Fachjargon CPA. Er ist nicht der Klickpreis, sondern liegt um ein Vielfaches darüber, weil längst nicht jeder Klick zu einem Auftrag wird.

Die Budget-Regel dazu nennt Google selbst. In der Hilfe zu Performance Max steht: „Set an average daily budget of at least 3 times your CPA." Also: Tagesbudget mindestens dreimal so hoch wie das, was dich ein Auftrag kosten darf (Google Ads-Hilfe).

Eigene Rechnung — Googles Regel, meine Umkehrung:

Tagesbudget CPA-Rahmen nach Googles Regel
10 € rund 3,33 €
50 € rund 16,67 €
300 € 100 €

Drei Euro dreiunddreißig für einen gewonnenen Auftrag. Das ist in den meisten Branchen nicht die Realität — es ist eher die Höhe eines einzelnen Klicks. Klickpreise gehen weit auseinander: Keywords im Cent-Bereich, einzelne jenseits von fünfzig Euro, die meisten zwischen fünfzig Cent und fünf Euro. Erfahrungswert aus der Praxis, keine Marktstatistik. Je wertvoller der Auftrag und je umkämpfter der Markt, desto teurer der Klick.

Die ehrliche Schlussfolgerung ist deshalb nicht „dein Budget ist zu klein". Sie lautet: Googles Vollautomatik ist für dein Budget zu hungrig.

Denn Googles automatische Systeme wollen lernen, und Lernen kostet. Für Display-Kampagnen nennt Google mindestens 15 Conversions in 30 Tagen als Schwelle, damit Smart Bidding greift; für eine belastbare Bewertung mindestens 30 (Google Ads-Hilfe). Ein Betrieb mit fünf Anfragen im Monat liefert davon ein Drittel. Wer der Automatik trotzdem freien Lauf lässt, bezahlt genau die Streuverluste von oben: Straßennamen, fremde Regionen, sinnfreie Suchbegriffe.

Trotzdem gilt: Mit zehn bis fünfzehn Euro am Tag lässt sich arbeiten. Ich tue es, und es funktioniert. Nur eben nicht mit Vollgas und Automatik, sondern eng geführt, mit Handarbeit und harten Ausschlüssen. Es ist zäher und dauert länger. Und es verlangt, dass jemand hinschaut.

Bevor du das grob überschlägst: Der Rechner unten macht genau diese Umkehrung mit deinen eigenen Zahlen — Auftragswert, Marge, Abschlussquote und, wenn du willst, dem Folgeumsatz eines Kunden. Er rechnet dabei Setup und Betreuung gleich mit ein (nicht nur das reine Werbebudget — das verzerrt sonst jede Break-even-Rechnung) und zeigt dir über einen Zeitraum deiner Wahl, ob und ab wann sich das Ganze trägt. Jeder Begriff ist per Klick auf das Fragezeichen erklärt.

Dazu ein Hinweis, der direkt an deinem Geldbeutel hängt: Viele Anbieter berechnen ihre Betreuung als Prozentsatz des Werbebudgets. Wer so abrechnet, verdient automatisch mehr, wenn dein Budget steigt — und hat ein Eigeninteresse an einer Zahl, die sich eigentlich nur nach deiner Marge richten sollte.

Bei EGAÑA Marketing gibt es eine feste monatliche Betreuungspauschale, unabhängig von der Höhe deines Werbebudgets. Kein Aufschlag, keine Beteiligung. Ob du fünfzehn Euro am Tag ausgibst oder dreihundert, ändert an meinem Honorar nichts. Deshalb kann ich dir sagen, dass dein Budget reicht — oder dass es woanders besser aufgehoben wäre.

Rechner öffnen: Was darf dich eine Anfrage kosten — und rechnet es sich? Mit deiner Marge, deinem Folgeumsatz und dem Honorar — dein Werbebudget und der Return in 60 Sekunden.
Rechner · Stand Juli 2026

Dieser Rechner sagt dir nicht voraus, was eine Anfrage kosten wird — das kann niemand seriös. Er rechnet aus, was sie bei deinen Zahlen höchstens kosten darf, Setup und Betreuung schon eingerechnet. Alles darüber ist ein Verlustgeschäft. Du brauchst nur Werte, die du selbst kennst.

1 · Deine Wirtschaftlichkeit

Durchschnittlicher Auftragswert
Was ein typischer Erstauftrag dieser Leistung im Schnitt einbringt — netto, vor Kosten.
Deckungsbeitrag (Marge) %
Was vom Auftragswert übrig bleibt, wenn Material, Löhne und direkte Kosten abgezogen sind.
Abschlussquote: Anfrage → Auftrag %
Von 10 Anfragen werden 3 zum Auftrag? Dann sind es 30 %.
Zusätzlicher Folgeumsatz je Kunde
Was ein Kunde über den unten gewählten Zeitraum zusätzlich zum Erstauftrag noch bringt — im Schnitt, ehrlich geschätzt.
Marge auf diesen Folgeumsatz %
Folgeaufträge haben oft eine bessere Marge — weniger Akquise, eingespielte Abläufe.

2 · Ziel & Zeitraum

Gewünschte Anfragen pro Monat ×
Wie viele zusätzliche Anfragen du im Monat brauchst — realistisch, nicht als Wunschzahl.
Betrachtungszeitraum Mon.
Über wie viele Monate du rechnest. Über diesen Zeitraum entstehen der Folgeumsatz, die Betreuungskosten und der Return.
Gewünschter Gewinn-Faktor :1
Puffer auf den Anfrage-Preis: bei 3:1 zielst du auf ein Drittel des Break-even. Höher = sicherer, aber schwerer zu erreichen.

3 · Deine Kosten für die Betreuung

Einrichtung (Setup, einmalig)
Richtwert bei EGAÑA Marketing: ab 890 € für einen Kanal. Bei mehreren Kanälen oder komplexeren Kampagnen höher — trag deinen Fall ein.
Betreuung (monatlich)
Richtwert: ab 250 €/Monat für einen Kanal. Feste Pauschale, unabhängig vom Werbebudget — kein Prozentsatz darauf.
Break-even: was eine Anfrage höchstens kosten darf
Honorar (Setup + Betreuung) ist hier schon abgezogen. Kostet dich eine Anfrage mehr, trägt sich die Werbung nicht.

Dein Werbebudget

Ziel-Kosten pro Anfrage
Monatliches Werbebudget

Rechnet es sich? — über 12 Monate

Gesamtinvestition
Setup + Betreuung + Werbung
Deckungsbeitrag gesamt
Ergebnis nach allen Kosten
Googles eigene Budget-Regel:
Was dieser Rechner bewusst nicht tut: Er nennt dir keine Branchen-Benchmarks. Es gibt für den deutschen Markt schlicht keine belastbaren — was dazu kursiert, sind meist US-Zahlen, die stillschweigend in Euro umbenannt wurden. Jede Zahl hier oben entsteht ausschließlich aus deinen eigenen Angaben.

Und die ehrliche Grenze: Ob du die Ziel-Kosten pro Anfrage in der Praxis auch erreichst, weiß vorher niemand. Das zeigt sich in den ersten Wochen einer Kampagne — und genau dann trennt sich, wer misst, von dem, der hofft.

Was der KI-Umbruch für lokale Betriebe wirklich bedeutet

Seit die KI-Übersichten in der Google-Suche stehen, kursiert im Mittelstand ein Satz: „SEO ist tot, spar dir das." Die Daten sagen etwas anderes — und sie sind differenzierter, als beide Lager es gern hätten.

SISTRIX hat im Februar 2026 über 100 Millionen Keywords ausgewertet. KI-Übersichten erscheinen bei etwas über 20 Prozent der Suchanfragen in Deutschland, seit Monaten konstant. Wo eine erscheint, bricht die Klickrate auf Position eins ein — von 27 auf 11 Prozent. Marktweit gehen dadurch 265 Millionen organische Klicks pro Monat verloren. Das klingt gewaltig. Es sind 6,6 Prozent aller organischen Klicks (SISTRIX, Februar 2026).

Entscheidend ist die Verteilung. Der Verlust reicht je nach Kategorie von 1 Prozent bis über 24 Prozent. Am härtesten trifft es informationale Suchen — Gesundheitsportale verlieren über 30 Prozent. Am wenigsten trifft es die Suchen, bei denen jemand etwas will: Booking.com verliert 0,46 Prozent, Amazon 1,73 Prozent, wetter.com 0,18 Prozent.

Wer „Maler Rosenheim" sucht, sucht transaktional. Er will keinen Ratgeber, er will einen Maler.

Ehrliche Grenze: Die SISTRIX-Auswertung enthält keine eigene Kategorie für lokales Handwerk. Die Übertragung auf „Maler Rosenheim" ist eine Ableitung von mir, keine Messung. Zulässig ist die Richtungsaussage — bei transaktionalen Suchen hält sich Google mit KI-Antworten bisher zurück. Wer dir hier eine genaue Prozentzahl für deine Branche nennt, hat sie erfunden.

Und noch etwas, das im deutschen Agenturmarkt regelmäßig falsch erzählt wird: In Deutschland laufen Anzeigen nicht innerhalb der KI-Übersicht. Sie erscheinen darüber und darunter. Anzeigen in der Box gibt es derzeit nur auf Englisch und nur in zwölf Ländern — Deutschland gehört nicht dazu (Google Ads-Hilfe). Wenn dir das jemand als Grund verkauft, jetzt sofort zu buchen: Das stimmt für den deutschen Markt nicht.

Wie stark Anzeigen bei lokalen Suchen wirklich sind

Eine Zahl steht in praktisch jedem SEO-Artikel Deutschlands: „Nur 6,8 Prozent aller Klicks gehen auf Anzeigen."

Die Zahl ist echt. Sie stammt von SISTRIX, aus der Auswertung von über einer Milliarde Klicks auf google.de. Was fast nie mitgeliefert wird: Der Datenstand ist 2017. Und SISTRIX schreibt heute selbst, dass der Anteil der Anzeigenklicks wächst, besonders bei kommerziell wertvollen Suchanfragen (SISTRIX).

Aus derselben Analyse stammt eine zweite Zahl, die für einen lokalen Betrieb weit wichtiger ist — und die kaum jemand zitiert, der SEO verkauft:

Bei Keywords mit niedrigem Suchvolumen gehen fast 25 Prozent der Klicks auf Anzeigen.

Das sind genau die Keywords, um die es bei dir geht. „Bodenleger Bad Aibling" ist kein Volumenmonster, sondern ein Longtail-Keyword — und dort holt die Anzeige rund ein Viertel der Klicks, nicht ein Fünfzehntel.

Wer dir also die 6,8 Prozent vorhält, um dir Anzeigen auszureden, erzählt eine Halbwahrheit zu seinen Gunsten.

Zwei Fälle aus der Praxis

Ein Hersteller hochwertiger Maßanzüge hatte es immer wieder mit Anzeigen versucht. Beim ersten Gespräch war er kurz davor, einer Google-Ads-Agentur den Auftrag zu geben — mit laufender monatlicher Betreuung.

Ein Blick auf seinen Markt zeigte etwas anderes. Bei seinem wichtigsten Suchbegriff war er organisch schwach aufgestellt, der Wettbewerb um diesen Begriff aber überraschend niedrig. Ein sauberes Listing und das Fundament darunter konnten hier viel bewegen — ohne dass jeden Monat Geld an Google fließt.

Also habe ich ihm abgeraten. Von dem, was mir mehr Umsatz gebracht hätte.

Es kamen deutlich mehr Anfragen herein, als er online je für möglich gehalten hätte. Er war rund ein halbes Jahr im Voraus ausgebucht und konnte auf laufende Anzeigen vollständig verzichten. Hätte er die Agentur beauftragt, hätte er monatlich mehr ausgegeben, als er jährlich für die nachhaltige Lösung bezahlt hat.

Der zweite Fall geht in dieselbe Richtung, aus einer ganz anderen Ecke. Ein junges Software-Unternehmen — die beiden Gründer sind Programmierer, das Produkt ist eine Software für Fahrzeugvermietungen — hatte bereits einen Vertriebscoach engagiert. Das Produkt war stark, die Kaltakquise frustrierend.

Gesucht und gefunden wurde stattdessen die entscheidende Lücke in ihrer organischen Sichtbarkeit. Etwa drei bis vier Monate später hatten die beiden ein anderes Problem: Kaltakquise war überflüssig geworden. Sie kamen kaum noch hinterher, die organisch eingehenden Anfragen abzuarbeiten. Inzwischen schauen sie sich den internationalen Markt an.

Beides sind anonymisierte Praxissituationen. Beispiele, keine Garantie für den nächsten Fall.

Was das nicht löst

Damit hier keine falschen Erwartungen entstehen:

  • Organische Sichtbarkeit braucht Zeit. Drei bis vier Monate wie im Software-Fall sind kein Versprechen, sondern ein Verlauf. Bei stärkerem Wettbewerb dauert es länger.
  • Anzeigen sind kein Ersatz für ein Angebot. Wenn dein Preis, dein Angebot oder deine Erreichbarkeit das eigentliche Problem sind, macht Werbung das nur sichtbarer.
  • Eine Garantie gibt es nicht. Weder für Rankings noch für eine Zahl an Anfragen. Wer dir das zusagt, verkauft dir Sicherheit, die es nicht gibt.
  • Und das Werbebudget ist nicht mein Honorar. Es ist getrennt und geht direkt an Google. Ich berechne eine feste Betreuungspauschale, unabhängig von der Höhe deines Werbebudgets — keinen Prozentsatz darauf. Das Werbekonto gehört dir, ich arbeite darin nur als Administrator. Wenn du irgendwann jemand anderen willst, nimmst du dein Konto und deine Daten einfach mit.

Zu den Zahlen: Ein Einstieg in Google Ads beginnt bei EGAÑA Marketing ab 890 Euro Einrichtung und ab 250 Euro monatlicher Betreuung (netto, Stand Juli 2026). Ich nenne das hier, weil die KI-Antworten auf genau diese Frage derzeit mit US-Budgets rechnen und Beträge nennen, die für einen Sechs-Mann-Betrieb im Oberland keine Orientierung sind. Was am Ende sinnvoll ist, hängt von deinem Fall ab — was es kostet, sollst du trotzdem vorher wissen.

Der nächste Schritt

Die Frage „SEO oder Google Ads" lässt sich erst beantworten, wenn eine andere geklärt ist. Öffne deine eigene Website in einem Inkognito-Fenster und lies sie als jemand, der dich nicht kennt. Gib dir fünf Sekunden. Steht dort, was du anbietest, was es ungefähr kostet und wie man dich erreicht?

Wenn ja, kannst du über Anzeigen reden.

Wenn nein, weißt du jetzt, wo das Geld zuerst hingehört.

Und wenn du wissen willst, wie eine Kampagne aussieht, die nur auf Suchanfragen bietet, bei denen tatsächlich etwas zu holen ist, findest du das auf der Seite Google Ads. Ein Erstgespräch ist unverbindlich. Du musst nichts vorbereiten.

FAQ

FAQ – Häufige Fragen und Antworten

SEO oder Google Ads — was zuerst?

Zuerst die Zielseite. Wenn deine Website aus einem Besucher keine Anfrage macht, verpufft beides. Steht die Grundlage, gilt: Google Ads liefern Geschwindigkeit und Flexibilität, SEO und GEO liefern Fundament und langfristiges Wachstum. Wer beides finanzieren kann, macht beides — organisch aufbauen und in der Zwischenzeit über Anzeigen bereits Anfragen holen. Wer priorisieren muss, entscheidet nach Dringlichkeit, Saison und Wettbewerb.

Sind Google Ads sinnvoll für einen kleinen Betrieb in Rosenheim oder München?

Ja — wenn die Zielseite aus einem Klick eine Anfrage machen kann und die Kampagne eng geführt wird. Der entscheidende Wert ist, was dich ein gewonnener Auftrag kosten darf (der CPA). Bringt ein Auftrag 500 Euro Gewinn, sind 100 Euro pro gewonnenem Auftrag gut investiert. Google empfiehlt für Performance Max allerdings ein Tagesbudget von mindestens dem Dreifachen des CPA — bei 100 Euro CPA wären das rund 300 Euro am Tag (das ist meine Umkehrrechnung, nicht Googles Angabe). So viel setzt kaum ein Betrieb ein, und das ist auch nicht nötig: Mit 10 bis 15 Euro Tagesbudget lässt sich arbeiten. Nur eben nicht mit Googles Vollautomatik, sondern eng geführt und mit harten Ausschlüssen.

Wie viel Budget brauche ich für Google Ads mindestens?

Mit 10 bis 15 Euro pro Tag lässt sich starten und es lassen sich Erfolge erzielen — aber es ist zäher und dauert länger. Der Grund: Googles automatische Gebotssysteme brauchen Conversions zum Lernen (mindestens 15 in 30 Tagen für Smart Bidding, 30 für eine belastbare Bewertung). Ein Betrieb mit fünf Anfragen im Monat liefert davon ein Drittel. Wer bei kleinem Budget die Automatik frei laufen lässt, bezahlt Streuverluste — Straßennamen, fremde Regionen, sinnfreie Suchbegriffe. Bei kleinem Budget entscheidet die Führung der Kampagne, nicht die Höhe des Budgets.

Wir haben kein Budget für Online-Marketing — was tun?

Meist ist das Geld da, nur an anderer Stelle gebunden. Betriebe geben ohne Zögern vierstellige Beträge für Printanzeigen, Postwurfsendungen oder Fahrzeugbeschriftung aus. Ein Beispiel aus der Praxis: Großflächige Postwurfsendungen kosten bei sechsstelliger Buchung rund 15 Cent pro Briefkasten — ohne dass jemand weiß, ob dahinter die Zielgruppe wohnt. Ein Küchenstudio zahlt bei gezielten Social-Media-Ausstrahlungen im Schnitt ebenfalls rund 15 Cent, aber pro Klick eines interessierten Menschen. Print kann sinnvoll sein. Der Unterschied liegt in der Messbarkeit — und darin, dass online auch die jüngeren Zielgruppen erreichbar sind.

Ist SEO noch zeitgemäß, wenn KI die Antworten liefert?

Ja, aber die Gewichte verschieben sich. KI-Übersichten erscheinen laut SISTRIX (Februar 2026) bei etwas über 20 Prozent der deutschen Suchanfragen und kosten im Marktdurchschnitt 6,6 Prozent der organischen Klicks. Sie treffen informationale Ratgeber-Suchen hart und transaktionale Suchen kaum. Daraus lässt sich ableiten, dass lokale, kaufbereite Suchen bisher am wenigsten betroffen sind — für lokale Handwerksbranchen enthält die SISTRIX-Auswertung allerdings keine eigene Kategorie. Es ist eine Ableitung, keine Messung. Wichtiger geworden ist GEO: dass KI-Systeme deinen Betrieb überhaupt verstehen und zitieren können.

Warum haben meine Google Ads nichts gebracht?

Meist nicht wegen des Kanals, sondern wegen der Suchanfragen, für die bezahlt wurde. Die häufigsten Muster: Gebote auf allgemeine Begriffe wie Straßen- und Ortsnamen, hinter denen keine Kaufabsicht steht. Budget, das in Regionen fließt, die der Betrieb gar nicht bedienen kann oder will. Und Suchbegriffe, die Googles Automatismen von selbst dazuspielen und die am Ziel vorbeiführen. Der zweite häufige Grund ist die Zielseite: Die Anzeige liefert Besucher, die Seite fängt sie nicht auf.

Was kostet ein Klick bei Google Ads?

Das ist sehr unterschiedlich. Die meisten Klickpreise liegen zwischen etwa fünfzig Cent und fünf Euro, eher am unteren Ende — es gibt aber Keywords im Cent-Bereich und einzelne jenseits von fünfzig Euro. Das ist ein Erfahrungswert aus der Praxis, keine Marktstatistik. Die Regel dahinter: Je wertvoller der Auftrag und je umkämpfter der Markt, desto teurer der Klick. Nicht zu verwechseln mit dem CPA — das ist der Preis für einen gewonnenen Auftrag, und der liegt um ein Vielfaches höher.

Erscheinen Google-Anzeigen jetzt in den KI-Übersichten?

In Deutschland nicht innerhalb der Box. Anzeigen laufen hier über und unter der KI-Übersicht. Anzeigen in der KI-Übersicht gibt es derzeit nur auf Englisch und nur in zwölf Ländern; Deutschland gehört nicht dazu (Google Ads-Hilfe, Stand Juli 2026). Diese Länderliste ändert sich allerdings ohne Ankündigung.

Stimmt es, dass nur 6,8 Prozent der Klicks auf Anzeigen gehen?

Die Zahl stammt von SISTRIX — aus einer Auswertung mit Datenstand 2017. SISTRIX schreibt heute selbst, dass der Anteil wächst. Für lokale Betriebe ist eine andere Zahl aus derselben Analyse relevanter: Bei Keywords mit niedrigem Suchvolumen — also genau den lokalen Suchbegriffen — gehen fast 25 Prozent der Klicks auf Anzeigen.

Was bringt ein Local Listing, bevor ich in SEO oder Ads investiere?

Es legt die Datengrundlage, damit Google und KI-Systeme deinen Betrieb verifizieren und verstehen können — die Voraussetzung für organische Sichtbarkeit. EGAÑA Marketing verbindet das mit einer Marktrecherche: Der Betrieb bekommt dabei Personas, Zielgruppen, Stärken und Schwächen, echte Kundenstimmen, Pain-Points und Content-Ideen. Damit weißt du, für welche Suchanfragen sich Werbung überhaupt lohnt, bevor du dafür bezahlst.

Was kostet Google Ads bei EGAÑA Marketing?

Der Einstieg beginnt bei 890 Euro Einrichtung und 250 Euro monatlicher Betreuung (netto, Stand Juli 2026). Das Werbebudget ist davon getrennt und geht direkt an Google. Die Betreuungspauschale ist fest und unabhängig von der Höhe des Werbebudgets — es gibt keinen prozentualen Aufschlag darauf, wie ihn viele Anbieter berechnen. Das Werbekonto gehört dem Kunden; EGAÑA Marketing arbeitet darin als Administrator.

Verdient ihr mit, wenn ich mein Werbebudget erhöhe?

Nein. Die Betreuung wird als feste monatliche Pauschale abgerechnet, unabhängig davon, wie viel Werbebudget läuft. In der Branche ist eine prozentuale Beteiligung am Werbebudget verbreitet — wer so abrechnet, verdient mehr, wenn das Budget steigt. Bei EGAÑA Marketing ändert die Höhe des Budgets nichts am Honorar. Das Budget sollte sich nach der Marge richten, nicht nach dem Interesse des Dienstleisters.

Quellen

Rund um SEO und Google Ads kursieren Zahlen, die einer Prüfung nicht standhalten — etwa Angaben wie „SEO bringt den X-fachen ROI gegenüber Anzeigen“ oder Budget-Empfehlungen in US-Dollar, die aus KI-Antworten stammen und für den deutschen Markt nichts aussagen. Für beides ließ sich keine belastbare Primärquelle finden. Sie kommen in diesem Artikel bewusst nicht vor. Die viel zitierte 6,8-Prozent-Zahl steht hier nur mit ihrem tatsächlichen Datenstand von 2017.

  1. SISTRIX (Februar 2026): AI Overviews in Deutschland — so stark sinken die Klickraten wirklich. Auswertung von über 100 Millionen Keywords. Hinweis: SISTRIX verkauft SEO-Software.
  2. SISTRIX: Google Ads — Klickverteilung. Auswertung von über einer Milliarde Klicks auf google.de, Datenstand 2017.
  3. Google Ads-Hilfe: Anzeigen in AI Overviews. Verfügbarkeit nach Ländern und Sprachen. Abruf 13.07.2026.
  4. Google Ads-Hilfe: Performance Max — Budget festlegen (Regel: Tagesbudget mindestens 3× CPA).
  5. Google Ads-Hilfe: Smart Bidding — Datenanforderungen und Lernphase.
Nächster Schritt

Wo steht dein Betrieb wirklich?

Schick mir eine kurze, unverbindliche Anfrage — ich schaue mir deinen Auftritt an und sage dir ehrlich, welcher Hebel bei dir zuerst zählt. Du musst nichts vorbereiten.

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